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November 11 2013

achim724
Deal mit Israel

Ein derart exzellentes Führungszeugnis, zudem von einem der prominentesten Vertreter des faschistischen Regimes ausgestellt, konnte in den ersten Nachkriegsjahren in der BRD das Sprungbrett zu einer neuen Karriere sein. Darum hatte Adenauer in Kenntnis der Rolle Globkes im NS-Staat kein Problem damit, den von den Alliierten als Nr. 101 auf der Kriegsverbrecherliste gesetzten »Judenreferenten« bereits im Oktober 1949 als Ministerialdirigenten ins Bundeskanzleramt zu holen und wenige Monate später bereits als Ministerialdirektor mit der Leitung der Hauptabteilung für innere Verwaltung zu betrauen. Was sich in der Folge segensreich für die Gefolgsleute Hitlers auswirkte, die vor den Toren der neuen Behörden auf Weiter- bzw. Wiederverwendung warteten.

Mit der Ernennung zum Staatssekretär im Bundeskanzleramt erklomm Globke 1953 schließlich den Gipfel seiner Macht. Er war »Der Mann hinter Adenauer«, so der Titel des vom Filmkritiker und Journalisten Jürgen Bevers verfaßten, gründlich recherchierten Sachbuchs über Globkes Karriere. In dieser Position avancierte er zum » (un-)heimlichen Generalsekretär der CDU«. Er war Koordinator der bundesdeutschen Geheimdienste und Verwalter des sogenannten Reptilienfonds zur Korrumpierung der Presse.

Hatte der Zentralrat der Juden in Deutschland noch im Juli 1951 die Wiederverwendung des am 10. September 1898 in Düsseldorf geborenen Experten für »Judenfragen« strikt abgelehnt, so geriet seine anrüchige Vergangenheit dort und auf israelischer Seite nach dem Abschluß des »Wiedergutmachungsabkommens« zwischen der BRD und Israel am 10. September 1952 fast völlig aus dem Blickpunkt. Globke war bereits in eine Schlüsselposition beim Zustandekommen der vorbereitenden Verhandlungen mit der Jewish Claims Conference (JCC) gerückt, einer Vereinigung jüdischer Organisationen zur Durchsetzung von Entschädigungsansprüchen von Holocaustopfern. Adenauer ließ ihn die ersten Kontakte der Bundesregierung zum damaligen Ministerpräsidenten Ben Gurion (1949-1953 und 1955-1963) herstellen und dessen erstes Treffen mit dem Bundeskanzler am 14. März 1960 in New York vorbereiten. Aktenkundig ist schließlich die Mitwirkung Globkes bei den Abkommen über die umfangreichen Waffenlieferungen der BRD an Israel im Jahre 1962. Als Dank auch dafür regelte Ben Gurion, daß der Name des Adenauer-Intimus aus dem am 30. März 1961 in Jerusalem eröffneten Prozeß gegen den für die »Endlösung der Judenfrage« mitverantwortlichen Adolf Eichmann herausgehalten wurde.
Von der Kriegsverbrecherliste ins Bundeskanzleramt | AG Friedensforschung
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