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December 20 2014

achim724

Die Antibiotika-Krise

Breitbandantibiotika werden den Futtermitteln der Tiere prophylaktisch beigemengt, um durch Massentierhaltung hervorgerufene Infektionen zu vermeiden.

Die resistenten Bakterien, die sich dadurch entwickeln, können sich vom rohen Fleisch auf den Menschen übertragen. Dort führen sie zwar nicht unbedingt sofort zu Infektionen, sie können aber im Körper bleiben und bei späteren Erkrankungen die Heilungschancen mindern. Das gilt sogar dann, wenn die Bakterien selbst eigentlich für den Menschen ungefährlich sind: Denn die sogenannten ESBL-Keime bilden ein Enzym, das Antibiotika unwirksam macht – auch wenn diese gegen andere Bakterien eingesetzt werden. Bereits sechs Millionen Deutsche sollen solche Keime in sich tragen. Eine im Auftrag der grünen Bundestagsfraktion erstellte Studie hat im Frühjahr 2014 in zwei Drittel der untersuchten Proben aus Putenfleisch belastete Keime gefunden.

Zwar unterliegen Bauern und Tierärzte seit April 2014 strengeren Meldepflichten: Sie müssen halbjährlich melden, welche Arzneimittel sie ihren Tieren verabreicht haben. Diese Daten werden in einer Datenbank gesammelt, so wird zumindest Transparenz hergestellt. Doch das eigentliche Problem ist damit noch nicht gelöst: Riesige Mastanlagen können nur durch den Einsatz von Antibiotika Erkrankungen vorbeugen. Insbesondere Geflügel ist davon betroffen: Ein Masthähnchen bekam 2012 durchschnittlich an zehn von 39 Lebenstagen Antibiotika verabreicht.Insgesamt wurden in der Tiermast im Jahr 2013 zwar etwas weniger Antibiotika eingesetzt als zuvor, doch auch hier gibt es einen dramatischen Anstieg bei der Vergabe von Reserveantibiotika. Das Bundesinstitut für Risikobewertung fordert daher einen grundlegenden Kurswechsel in der Tierhaltung – statt die Tiere mit Antibiotika vollzupumpen, bräuchten diese 'Platz, Frischluft und gute Fütterung'
Blätter für dt. & int. Politik

January 22 2014

achim724
Laut neuen Schätzungen sterben pro Jahr rund 19 000 Menschen an Behandlungsfehlern in Kliniken – fünfmal mehr als im Straßenverkehr. [...] Von „unerwünschten, vermeidbaren Zwischenfällen“ sprechen die Experten, wenn bei einer medizinischen Behandlung ein Fehler passiert. Zwischen 360 000 und 720 000 Mal geschieht das den Schätzungen zufolge pro Jahr in deutschen Kliniken. Die genaue Zahl kennt allerdings niemand, denn es wird keine Statistik geführt. [...]
Die meisten Fehler passieren bei Operationen: Ärzte verletzen Nachbarorgane, es kommt zu Blutungen, die OP-Wunde infiziert sich, Operationsbesteck wird im Körper vergessen. Probleme gibt es häufig auch bei Medikamenten. Es werden Präparate verwechselt, falsche Dosierungen verabreicht und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten nicht beachtet. Ein typischer Fehler ist auch ungenügende Hygiene: Ärzte und Schwestern waschen sich zu wenig die Hände.

[Siehe auch nd, 22.1.]
Gesundheitsrisiko Krankenhaus | FR
Reposted by02mydafsoup-01FrauJuleFreXxX

January 07 2014

achim724

Brunstsynchronisation der Jungsauen

Die übermäßiger Nähe zu Umweltorganisationen unverdächtige Landwirtschaftskammer Niedersachsen hat bereits 2011 festgestellt, dass „die hormonelle Brunstsynchronisation der Jungsauen in vielen größeren Sauenanlagen in den neuen Bundesländern“ einen „Stammplatz“ habe. In Niedersachsen befassten sich „vorwiegend größere Bestände“ mit dieser „Gleichschaltung“. [...] Die Interessengemeinschaft der Schweinehalter stellte die Hormongaben als Maßnahme im Sinne des Tierschutzes dar: Sauen einer Gruppe müssten „in einem engen Zeitfenster“ abferkeln, damit die Betriebe die Geburten gut genug überwachen könnten „und so die Zahl der Ferkelverluste bei der Geburt verringert werden kann“. Zudem könnten nur so die Stallbuchten, „konsequent“ gereinigt und desinfiziert werden.
Hormonelle Gleichschaltung in Massentierhaltung | taz

January 05 2014

achim724

Schiedsgerichte als neoliberale Lieblingsidee

Diese dürfen zum Schutz der Investorenrechte die beteiligten Staaten in die Schranken weisen, und zwar auf allen Ebenen, bis hinunter zur Gemeinde. Erfunden wurden solche Schiedsgerichte, weil auf den gewöhnlichen Rechtsweg in zahlreichen Diktaturen und failed bzw. failing states der sogenannten Dritten Welt kein Verlass mehr war und ausländische Unternehmen reihenweise enteignet bzw. ausgeplündert wurden. Nur was soll dergleichen in Europa oder den USA, wo die Gerichte sehr wohl funktionieren und niemand das Klagerecht ausländischer Unternehmen in Frage stellt? [...]
Die Gerichte der Gastländer seien den ausländischen Investoren nicht gewogen, heißt es. Mag sein. De facto ist der Ruf nach überstaatlichen Schiedsgerichten, in denen Wirtschaftsanwälte statt Richtern das Sagen haben, ein Affront und eine Herausforderung der Souveränität aller beteiligten Staaten. Große Konzerne, private Vereinigungen privater Geschäftemacher, maßen sich an, eine Sondergerichtsbarkeit für ihre Privatinteressen zu verlangen, die es ihnen erlauben soll, gegen jede Regelung, jede Gesetzgebung eines Staates, die ihnen nicht passt, milliardenschwere Schadensersatzklagen anzustrengen. Die Ansprüche von Investoren sollen höheren Rang und höhere Verbindlichkeit erhalten als jede nationale und supranationale Gesetzgebung und Rechtsprechung. Das ist fürwahr ein starkes Stück. Doch man soll sich nicht täuschen: Diese Schiedsgerichtsbarkeit blüht seit Jahr und Tag unter dem Mantel der Welthandelsorganisation. Die Zahl der Verfahren steigt rapide, wie die UNCTAD zu berichten weiß. [...]
Die erste Schlacht um TAFTA/TTIP ist längst verloren. Denn die Verhandlungen zwischen der EU und Kanada um ein ganz ähnliches Abkommen namens CETA sind bereits abgeschlossen. [...] Deshalb bleibt dem EU-Parlament gar nichts anderes übrig, als den Vertrag schon wegen der vorgesehenen Schiedsgerichtsbarkeit insgesamt abzulehnen.
TAFTA: Das Kapital gegen den Rest der Welt | Blätter 1'14

August 13 2013

achim724
Then vermutet dahinter ein erfolgreiches Lobbying der Agrarkonzerne. "Die EU-Behörden haben eine zu große Nähe zur Agrarindustrie, welche die Kosten für die Risikountersuchung möglichst gering halten will", sagt er. Die Entscheidung der EU sei exemplarisch: Sie zeige, dass der EU-Kommission Verbraucherschutz weniger wichtig sei als die Interessen der Industrie und Monsanto zu schützen.
Monsanto kommt nach Europa
Reposted byunbillpowerToThePoeplereturn13gingergluekrekk02mydafsoup-01

July 16 2013

achim724
"Recessions can hurt. But Austerity kills." (Stuckler und Basu: "The Body Economic")
2009 musste Athen den Gesundheitsetat von 24 auf 16 Milliarden Euro kürzen. Danach schnellte die HIV-Rate hoch, weil nicht mehr genügend frische Nadeln an Drogensüchtige ausgeteilt werden konnten. Die Kindersterblichkeit ist um 40 Prozent gestiegen. In den Jahren 2010 und 2011 wurde weiter gekürzt, mit der Folge, dass es in vielen Krankenhäusern heute zugeht wie in Drittwelthospitälern, selbst einfachste Dinge wie Handschuhe, Desinfektionssprays und Schmerzmittel fehlen. 40 Prozent der Bevölkerung dürfen aber gar kein Krankenhaus mehr aufsuchen, weil sie aus der Krankenversicherung geflogen sind. [...] Als Schweden und Finnland in den Achtziger- und Neunzigerjahren durch eine Rezession gingen, blieb die Zahl der Selbstmorde konstant. Beide Länder kürzten in dieser Krisenzeit nicht im Gesundheitssektor. Die [...] Isländer weigerten sich am Ende ebenfalls, die Austeritäts-Forderungen des IWF umzusetzen. Im Gegenteil, sie steigerten die Sozialausgaben von 21 auf 25 Prozent des Bruttosozialprodukts. Mit dem Ergebnis, dass sich die Gesundheitsdaten der Isländer trotz der Krise signifikant verbesserten. [...]
Die beiden Epidemiologen argumentieren nicht sozial oder verantwortungsethisch, sondern streng volkswirtschaftlich. Sie rechnen die ökonomischen Langzeitschäden durch, die durch all die Selbstmorde, Infektionen, Krankheiten, Depressionen und die Arbeitslosigkeit entstehen und entlarven die Austeritätspolitik, die ja stets im Gewand wissenschaftlich kühler Sachlogik daherkommt, als destruktive Ideologie [...]
Wie sich die Finanzkrise auf die Gesundheit auswirkt | SZ
Reposted bymaalzaanmalschauen2
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