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February 13 2015

achim724

Die Lügen der Medien im Krieg

Dieser Krieg [der erste Irak-Krieg] spielt im Rahmen meines Buches eine besondere Rolle, denn… 1. Die exklusive Rolle des TV-Senders CNN und die über das Fernsehen öffentlich ausgetragenen Duelle zwischen Saddam Hussein und George Bush senior waren in ihren Auswirkungen derartig stark, dass man seit diesem Krieg vom CNN-Faktor spricht und damit also eine komplette, perfekte, mediale Kriegsinszenierung meint.
2. Da sich diese mediale Inszenierung auch innerhalb aller Nahoststaaten abspielte, die dortigen TV-Zuschauer aber die US-amerikanische Siegerpose von CNN nicht länger ertragen konnten und wollten, führte dies 1996 zur Geburtsstunde eines neuen globalen TV-Senders, nämlich Al-Dschasira.
3. Dieser sogenannte Zweite Irakkrieg war der wichtigste Krieg nach 1945, in dem die Medien Saddam Hussein als einen Wiedergänger von Adolf Hitler verteufelten. Tauchte nach 1945 ein Vergleich mit Auschwitz in deutschen Medien erst während des Biafrakriegs 1967/70 auf, so verkauften dann US-amerikanische PR-Agenturen den Medien dieser Welt das Doppelpaket Auschwitz + Slobodan Milošević als weiteren Wiedergänger Hitlers höchst professionell im bosnischen Medienkrieg 1992/95 gegen Serbien. Und auch die ganze Lügerei lässt sich gut im Sommer 2003 zu Beginn des Irak-Krieges nachzeichnen. Wiederum brauchte man einen Vorwand, um ein Land anzugreifen.
Ich nenne mal ein paar der damals wichtigsten Lügen. Die al-Qaida-Lüge, also, die absurderweise unterstellte Kooperation von Saddam Hussein mit al-Qaida, die Niger-Lüge nach der der Irak aus dem Niger Uran gekauft haben sollte, die Lüge über Massenvernichtungswaffen im Irak, die Lüge, der Irak verfüge über Raketen mit einer Reichweite von 200 Kilometern oder die Lüge, dass die Hussein-Statue in Bagdad durch die irakische Bevölkerung gestürzt worden sei, obwohl dieser Sturz eine höchst geschickte Bildmanipulation des amerikanisches Militärs war.
Im Übrigen diente in Deutschland die Lüge von einem sogenannten Hufeisenplan Verteidigungsminister Rudolf Scharping im Frühling 1999 zur Rechtfertigung der NATO-Intervention in den Kosovo.

Skandalös sind aber nicht nur diese Lügen, skandalös ist es ebenso, dass solchen Lügen nachher, wenn sie auffliegen, nichts folgt. Warum setzte der von einem Minister angelogene Deutsche Bundestag keinen Untersuchungsausschuss ein? Warum wurde gegen Scharping kein Strafverfahren eingeleitet? Warum beschäftigte sich der Deutsche Presserat nicht mit dieser Lüge? [...]

Wie schon seit vielen Jahren im Nahen Osten zu beobachten ist, sind die heutigen Kriege vor allem auch Medienkriege. Vor laufender Kamera hingerichtete westliche Journalisten sind Teil dieser brutalen Dynamik, doch nicht nur von „islamistischen Terrormilizen“ und dem „IS“, sondern auch von einem weltweit bilder- und mediengeilen TV- und Youtube-Publikum, das diese Bilder mit einer voyeuristischen Hassliebe offenbar regelrecht braucht. Würde niemand solche Bilder zeigen oder sehen wollen, dann wäre dem „Terrorismus“ bereits ein großer Teil seines Bodens entzogen. Stattdessen gibt es seit langem zwei dynamisch sich aufblasende Märkte, die ohne das Internet nicht existieren würden: Das sind der Finanz- und der Terrorismusmarkt.
Medien im Krieg - Krieg in den Medien | NDS

February 11 2015

achim724

Merkeln: 11 % fürs Volk, 89 für die Banken

Im Zuge der Wirtschafts- und Finanzkrise ist eine Logik der Macht und der angeblich notwendigen Maßnahmen entstanden, fast ein Maßnahmenstaat, der seine Entsprechung findet in einer Publizistik, die in ihrer Argumentation immer enger, egoistischer, nationaler geworden ist und damit zu einem Sprachrohr der Alternativlosigkeit.
[...]
Wie sonst wäre es etwa zu erklären, dass in angelsächsischen Medien sehr realitätsnah darüber diskutiert wird, wie es in Griechenland weitergehen soll, warum ein Schuldenschnitt nicht nur notwendig, sondern im System angelegt ist und wie etwa die Deutschen selbst von einem solchen Schuldenschnitt profitiert haben - 1953 war das, Griechenland war eines der Länder, das auf seine Ansprüche teilweise verzichtete, das 'Wirtschaftswunder' wäre sonst kaum passiert. Damals war es eine Vorgabe, dass die jährlichen Rückzahlungen Deutschlands maximal drei Prozent des Exportvolumens ausmachen durften - IMF und Weltbank halten dagegen heute im Fall von Griechenland zwischen 15 und 25 Prozent für 'tragbar'. Überhaupt, darauf hat der Chefökonom der 'Financial Times', Martin Wolf, hingewiesen, kamen bislang nur elf Prozent der 'Hilfszahlungen' bei der griechischen Regierung an. Der Rest ging mehr oder weniger direkt an die Banken, die einen Bailout bekamen, auf den die Bevölkerung seit Jahren wartet.

January 13 2015

achim724

Was heißt Verschwörungstheorie?

Problematisch wird eine Debatte zum Vertrauensverlust der etablierten Medien in jedem Fall dann, wenn Begriffe wie 'Verschwörungstheorie' weitgehend unreflektiert als Instrument der Ausgrenzung abweichender Meinungen benutzt werden. Der Journalismus ist seinem Wesen nach selbstverständlich gerade dem Gegenteil verpflichtet - der Präsentation und dem sorgfältigen, fairen Abwägen gegensätzlicher Ansichten. Zwar kursieren natürlich eine Unmenge absurder Theorien auch zu politischen Themen, doch spannend bleibt eben die Frage, wie man diese sauber als 'Verschwörungstheorie' definiert, sprich, nach welchen spezifischen Kriterien man also den (behaupteten) Unsinn vom Akzeptierten trennt. Genau diese Frage nach den Kriterien hat aber bislang noch kein Alpha-Journalist klar beantworten können, geschweige denn, dass dieses Definitionsproblem überhaupt einmal diskutiert würde. Herr Pörksen, bitte übernehmen Sie!

Erläuternd heißt es häufig, Verschwörungstheorien seien beliebt, da sie einfache Antworten in einer komplexen Welt bieten würden. Was aber - erstaunlicherweise - ebenfalls kaum einem der Medienkritik-Kritiker aufzufallen scheint: Die einfachen Antworten geben in der Regel ja gerade die Leitmedien: 'Stoppt Putin jetzt', 'Assad muss gestürzt werden', 'Gaddafi ist böse', 'Bin Laden steckt hinter 9/11' etc. Nach den eigenen, wohl oft unbewusst, verwendeten Kriterien müsste man große Teile der außenpolitischen Berichterstattung der Leitmedien unter dem Blickwinkel 'einfache Antworten' selbst als 'Verschwörungstheorien' einordnen, die eine komplexe Welt in ein schlichtes Gut-Böse-Raster verflachen.

[Wenn die Narrative des Mainstreams ebenfalls einfache Antworten und Lösungen präsentieren und mithin unter ihre eigene Definition von VT fallen, adelt dies aber noch lange nicht gegen den Mainstream anschreibende Narrative mit einfachen Antworten und Lösungen zu "Theorien". Die "Faktenlage" ist immer so unendlich komplex, dass sie notwendig vereinfacht werden muss, weshalb die Suche nach der tragfähigsten, im politischen Raum "gerechtesten" Komplexitätsreduktion nie aufhören darf.]
Etikett "Verschwörungstheorie" | Telepolis

October 28 2014

achim724

May 06 2014

achim724

February 07 2014

achim724

Iraq: Since 2008, over 37,000 civilians have been killed in Iraq. That's just over twelve 9/11 attacks, or the equivalent of 370,000 civilians dying in the US (Iraq's population is 10 times smaller of that of the US). In other words, like wiping out a city the size of Tampa, Florida. Since the bulk of the US media were more than willing to cheerlead a war based on a blatant falsehood, a recalibration of the coverage of the aftermath of this debacle is perhaps in order.

Global warming/climate change: The US remains the home of more political climate change sceptics than any other country in the so-called "developed world". Despite the near-unanimous position of scientists around the world, US politicians continue to display mind-boggling scientific ignorance (wilful or otherwise). Not surprising, in retrospect, from a country where 50 percent of Republicans believe that humans have existed in their present form since the dawn of time (which would be about 7,000 years ago), and politicians claim with seriousness that women's bodies are able to miraculously prevent pregnancy in cases of rape.

Death Penalty: Between January 1, 2008 and February 2, 2014, there have been 266 executions in the US. In 2012, China, Iran, Iraq, Saudi Arabia and the US were the top 5 global executioners. Disturbingly, earlier studies have shown that US prosecutors were twice as likely to request the death penalty for a black defendant who is charged with killing a non-black victim versus a black victim; and, white defendants were twice as likely as non-white to be offered a plea agreement to reduce their sentence from execution to life imprisonment. The death penalty gets coverage, but far too many of the "What-did-he-have-for-his-last-meal?" variety.

Al Jazeera | Nicht Schlagzeilen konform
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