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June 22 2013

achim724
"Wer sich die Ziele des Unternehmens zu eigen macht, sich mit einem Stück seiner Lebenszeit voll und ganz dem gemeinsamen Projekt verschreibt, wer hoch motiviert das Letzte aus sich herausholt für den Erfolg auf dem Markt, ist ökonomisch produktiver als der zwischen neun und fünf Uhr Anweisungen seines Chefs entgegennehmende und brav ausführende Durchschnittsangestellte, der sich ansonsten zu Hause nur seiner Familie und seinen Hobbys widmet.[...]
Eine globalisierte Ökonomie, die vor allem vom innovativen und kreativen Gebrauch des Wissens sowie von kommunikativen Fähigkeiten abhängt, ist auf ein „unternehmerisches Selbst“ (Bröckling) angewiesen, das seine wirtschaftliche Produktivität zum wesentlichen Bestandteil seiner ethischen Identität macht. [...]
In der Sensibilität und der Empathie für das Opfer und seine Traumatisierung wird uns bewusst, dass wir nichts als dieses eine Leben haben, aus dem wir in einem riskanten Prozess etwas machen müssen, dabei unter Bedingungen der Ungewissheit entscheidend und unter Unsicherheit handelnd, auf andere vertrauend mit dem Risiko, enttäuscht zu werden. Uns wird gleichsam in einem Schicksal gebündelt vor Augen geführt, wie groß das Risiko ist, das eigene Leben zu verfehlen, wie rasch die ungeheure ethische Produktivität und Kreativität des Selbst versiegen kann, wenn man nach dem schrecklichen Ereignis nicht mehr weiß, wie man weiterleben soll.
Das Verbrechens- oder Missbrauchsopfer ist nicht nur, wie der New Yorker Kriminologie David Garland gezeigt hat [Kultur der Kontrolle, 2008], der repräsentative Charakter für eine von sozialen Abstiegsängsten bedrohte Mittelschicht, sondern vor allem auch die kollektive Chiffre für das Trauma eines biographischen Unfalls." (Klaus Günther) 
»Du musst Dein Leben ändern« | Blätter 6'13

June 21 2013

achim724
"In der Folge davon wurden ästhetische Freiheit und ethische Produktivität, ursprünglich Attribute gesellschaftlich widerspenstiger, höchster Individualität zu Imperativen der Ökonomie und der Politik. Der Wunsch, anders zu sein, wird zur Normalität, an der das Individuum gemessen wird, das gleichzeitig über der Frage verzweifelt, wie es überhaupt noch anders anders sein könnte. [...]
Das Selbst erschöpft sich, wird seiner selbst müde und gerät in den Teufelskreis eines lähmenden, alle Aktivität im Keim erstickenden Sinnlosigkeitsverdachts." (K. Günther)
»Du musst Dein Leben ändern« | Blätter 6'13
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